| In ökonomisch schwierigen Zeiten stehen IT-Investitionen in direkter Konkurrenz zu anderen Investitionen eines Unternehmens. Alle Versuche die gängigen betriebs-wirtschaftlichen Bewertungsmethoden auf die IT zu übertragen, führten in der Vergangenheit zu keinen ausreichenden Ergebnissen und auch die Motivation sich auf die Kostenstrukturen der IT zu konzentrieren, erwiesen sich auch als nicht hinreichend. Ein Vorreiter dieser Kostenstrukturbetrachtung war das Total Cost of Ownership (TCO) Modell der Gartner Group aus dem Jahre 1987, welches den Fokus auf die Kostenverschiebung, initiiert durch die Entwicklung von einer Host- und Mainframestruktur zur Verteilten Systeme Struktur, legte. Anfangs konzentrierten sich die Untersuchungen auf die Gesamtkosten der IT-Hard- und Software, akkumuliert über die gesamte Lebensdauer. Beeinflusst durch den steigenden Wert der Informationsverarbeitung in Unternehmen, wurden Modelle zur Erfassung der Gesamtkosten der IT-Systeme entwickelt, die über die reine Betrachtung der Anschaffungskosten von IT-Produkten hinausgeht. Diese modifizierten TCO-Modelle werden durch zusätzliche Faktoren wie z.B. Internetverbindungen, Anzahl der Besuche des IT-Teams beim Anwender, neue Installationen und Betriebssystem-Migration erweitert. Die Bedeutung von TCO wird durch eine im Jahre 1996 veröffentlichte Studie der Marktforschungsgesellschaft Gartner Group unterstrichen. Diese unterstrich nochmals die Aussage, dass die beim Endnutzer anfallenden nicht budgetierten Kosten zu einer Verdoppelung der gesamten Betriebskosten der IT-Produkte innerhalb der ersten 5 Jahre führten. Das TCO-Modell hilft bei der Erfassung der einzelnen Kostenblöcke und stellt somit eine Entscheidungsgrundlage für Maßnahmen zur Kostenreduktion in den Bereichen Management, Upgrade, Services und Support usw. dar. Die stetig steigende Kostenentwicklung unterstützt durch die nicht stringente Verwendung von betriebswirtschaftlicher Standard- software (so genannte "Insellösungen") der Unternehmen forciert die Anwendung des TCO-Modells. Jedoch ist ein endgültiger Nachweis seitens der IT-Dienstleister einer nachhaltigen Reduktion der IT-Kosten durch den Einsatz von Standardsoftware nicht erbracht. Die Diplomarbeit setzt genau an dieser Hypothese an, mit dem Ziel, ein TCO-Konzept darzustellen, welches Anbietern von betriebswirtschaftlicher Standardsoftware ermöglicht, die IT-Kosten ihrer Kunden nachhaltig zu senken. |